Abt Nikolaus Poch OSB

In Wien geboren (Jahrgang 1965, Heimatpfarre Dornbach im 17. Bezirk), besuchte ich das Schottengymnasium und trat 1985 in das Benediktinerkloster „Unserer Lieben Frau zu den Schotten“ ein. Nach dem Theologiestudium an der Universität Wien war ich zunächst Diakon in der Pfarre Heiliges Kreuz (1210 Wien), anschließend Kaplan (1994–1999) und schließlich Pfarrer der Schottenpfarre (1999–2018). Innerhalb des Klosters übernahm ich zeitweise die Aufgaben des Priors und Novizenmeisters sowie die Leitung unserer Studentenwohngemeinschaft.

Nach fast fünfundzwanzig Jahren in der Schottenpfarre war für mich die Zeit für einen Neuanfang gekommen. Im September 2018 durfte ich die Nachfolge von P. Paulus Bergauer OSB als Pfarrer von St. Ulrich antreten.

Meine 4 Jahre als Pfarrmoderator von St. Ulrich (2018- 2022) waren ein erfüllte Zeit, in der ich nicht nur die Schönheit dieses Grätzls kennenlernte, sondern vor allem vielen herzlichen Menschen begegnete. Zugleich war diese Phase durch die Corona-Pandemie von großen Herausforderungen und schmerzlichen Einschränkungen geprägt. Umso dankbarer bin ich für die wichtigen Erfahrungen, als christliche Gemeinde in schweren Zeiten aufeinander zu schauen, einander Mut zu machen, einander zu unterstützen. Vielleicht besteht manchmal zu sehr die Gefahr einer “Nabelschau”, der Freude an der Begegnung mit den immer gleichen Menschen. Ich finde es wichtig, die Türen offen zu halten und die Botschaft des Evangeliums in Tat und Wort hinauszutragen. Immer wieder wird über eine stärkere “Caritas” in der Pfarre nachgedacht – ich möchte das ausdrücklich unterstützen.
Persönlich denke ich mir, dass es gut gelungen ist, die beiden Aspekte Kloster und Pfarre zusammenzubringen. Auch die täglichen Wege zwischen dem Schottenstift und St. Ulrich – zu Fuß oder mit dem Fahrrad – haben mir stets gutgetan.

Im Jahr 2021 wählten mich meine Mitbrüder zum Abt des Schottenstiftes. Die schöne und zugleich anspruchsvolle Aufgabe bedeutete damals den Abschied von meiner Tätigkeit in St. Ulrich. Nach einer Übergangszeit übernahmen zunächst P. Bernardo und später P. Martin als Pfarrprovisoren die Verantwortung für die Pfarre.

Da beide inzwischen das Schottenstift verlassen haben, ergibt sich nun eine neue Situation: Mit 1. September 2026 kehre ich als Pfarrprovisor nach St. Ulrich zurück.

Darauf freue ich mich sehr. Gleichzeitig werde ich meine Zeit zwischen den Aufgaben als Abt und der Seelsorge in der Pfarre gut einteilen müssen. Besonders freue ich mich schon auf die gut gestalteten Sonntagsgottesdienste und das lebendige Miteinander von Jung und Alt. An den großen Hochfesten werde ich jedoch den Hochämtern in der Schottenkirche vorstehen; in St. Ulrich wird mich an diesen Tagen in der Regel Mag. Alfred Weinlich vertreten, dem ich für seine großzügige Bereitschaft herzlich danke.

Aus meinen früheren Jahren weiß ich, wie lebendig und selbstständig die Gemeinde von St. Ulrich ist. Ich schätze außerordentlich die vielen Initiativen, die von engagierten Gemeindemitgliedern getragen werden. Besonders dankbar bin ich unserem Pastoralassistenten Patrik Heykman – für seinen treuen Dienst und für die Freundschaft, die zwischen uns gewachsen ist. Gemeinsam mit unserer Pfarrsekretärin Michaela Hirschl werden wir die vielfältigen Aufgaben gut aufeinander abstimmen. Es ist ein großes Geschenk, auf derselben Wellenlänge zu arbeiten.

Ich habe die unmittelbare Pfarrarbeit in den vergangenen Jahren sehr vermisst und freue mich nun von Herzen auf diesen Neuanfang. Zugleich möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, dass die Pfarre St. Ulrich, eingebunden in das neue, vergrößerte Dekanat, als eine lebendige Gemeinde innerhalb der Erzdiözese Wien „zukunftsfit“ wird. Es wird in absehbarer Zeit immer weniger hauptamtliche Mitarbeiter geben. Vor allem die Zahl der Priester ist dünn gesät. Aber das kann auch eine Chance sein, die eigene Verantwortung als Christ / als Christin zu erkennen und wahrzunehmen und mit Freude den Auftrag anzunehmen, der uns allen durch die Taufe mitgegeben ist.

Als Abt habe ich einen Satz des heiligen Irenäus von Lyon zu meinem Leitwort gewählt: „Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch.“
Ich bin überzeugt, dass der Glaube Menschen in ihrer Lebendigkeit, ihrer Lebensfreude und ihrer Widerstandskraft stärken kann.

Auf eine gute gemeinsame Zeit!

Sprechstunde:
Mittwoch, 16 – 17 Uhr
und nach Vereinbarung
(ausgenommen Schulferien)

Tel.: +43 664 4331434

nikolaus.poch@schottenstift.at

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